Aktion Häfnet-Brünnele vom 16.08.2025
Die historische Stätte, das Häfnet-Brünneli, fristete Jahrzehnte ein etwas trauriges Dasein, denn im Laufe von Jahrzehnten hat sich viel Gestrüpp oberhalb des Brünneli und auch davor ausgebreitet. An der Steinmauer und auch innerhalb des Gewölbes haben sich Moose und Flechten festgesetzt, so dass alles unansehnlich geworden ist. Die Tische und Bänke aus Massivholz sind morsch geworden und luden nicht mehr zum Verweilen ein.
Am 16. August haben sich 9 Personen vom Schwarzwaldverein Steinen und der Fasnachtsclique Häfnetgeister getroffen, um das Häfnet-Brünneli wieder herzurichten. Ausgerüstet mit Notstromaggregat, Hochdruckreiniger, Motorsense, verschiedene Schleifmaschinen, Motorsäge, Hecken- und Gartenscheren und weiteres Zubehör machten sich die Helfer an Arbeit. Das benötigte Wasser (2.000 Liter) für den Hochdruckreiniger bekamen wir von der Gemeinde Steinen. Tische und Bänke wurden auch von Moos befreit und abgeschliffen. Bänke erhielten neue Stützen aus massivem Rundholz aus dem naheliegenden Wald. Für Getränke und Verpflegung war natürlich auch gesorgt. Nach rund 5 – 6 Stunden intensiver Arbeit waren alle zufrieden mit ihrer Arbeit und freuten sich über das Geleistete. Jetzt kann der schöne Platz wieder zum Ausruhen oder auch zum Grillen genutzt werden, denn es führt ein ausgeschilderter Wanderweg des Schwarzwaldverein Steinen daran vorbei. Das Häfnet-Brünneli erstrahlt wieder in neuem Glanz. Die Info-Tafel neben der Skulptur wird noch erneuert. Kurt Vögtler, der die Organisation übernommen hatte, hatte auch noch Schwarzwald.TV, ein regionaler YouTube-Kanal, eingeladen. Zu gegebener Zeit wird ein kurzes Video mit Interview abrufbar sein.
Friedrich Göller
Teilnehmer am Renovationstrupp waren:
– Friedrich Göller (SWV)
– Gabriele Göller (SWV)
– Mark Weber (SWV)
– Kurt Vögtler (SWV)
– Markus Dreher
– Dieter Volz mit Tochter und noch einem Bekannten (Fasnachtsclique Häfnetgeister)
– Stefan von Hüsingen
Zur Info: Jeder Teilnehmer/in hatte seine eigenen Maschinen dabei.
Aus: Bernhard Baader: Neugesammelte Volkssagen aus dem Lande Baden und den angrenzenden Gegenden. Band 2, Karlsruhe 1859, S. 9-10.
Die Häfnet-Jungfrau.
In dem Schlößlein zu Steinen wohnten vor Zeiten die Zwingherren der Gegend. Die Tochter eines von ihnen war so hoffärtig, daß sie nicht auf der bloßen Erde in die Kirche gehen wollte und darum sich stets vom Schlößlein bis zum Kirchhof, ja über denselben bis zum Gotteshaus einen Dielenweg legen ließ, der mit Tuch oder Taffet bedeckt werden mußte. Als sie gestorben und beerdigt war, stand der Sarg in der nächsten Frühe außen an der Kirchhofmauer, und eben so die zwei folgenden Morgen, nachdem er jedesmal wieder auf dem Gottesacker eingegraben worden war. Auf dieses lud man den Sarg auf einen zweiräderigen Wagen, spannte an letztern zwei junge, schwarze Stiere, welche noch kein Joch getragen, und ließ sie laufen, wohin sie wollten. Stracks gingen sie auf den Häfnetbuck, wo sie, im unwegsamen Wald, an einer Quelle stehen blieben. Hier nun verscharrte man den Sarg, wo er auch im Boden blieb; das Fräulein aber geht daselbst um, und die Quelle heißt wegen ihr der Jungfernbrunnen. Bei Sonnenaufgang wäscht und kämmt sie sich daran; aber auch Vorübergehende, die schmutzig und ungestrehlt waren, hat sie schon in dem Brunnen gewaltsam gereinigt und mit derben Strichen gekämmt. Beim Schlößlein zeigt sie sich ebenfalls und pflegt dort im Bach ihr Weißzeug zu waschen.
Wie man sieht, sind in Hebel’s Gedicht »Die Häfnet-Jungfrau« die Hauptzüge der Sage beibehalten.
Unten die Bilder vorher/nachher